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Früher wurde  die Hinlauftendenz häufig als Weglauftendenz bezeichnet. Da ein Großteil der demenzerkrankten Senioren jedoch nicht das Bedürfnis hat „wegzulaufen“, sondern viel mehr mit einem  ganz bestimmten Ziel „auszubüxen“ wird die Begrifflichkeit mittlerweile ersetzt.

Die Gründe für das Weg- oder Hinlaufen können vielschichtig sein. So kann ein demenzkranker beispielsweise davon ausgehen noch arbeiten zu müssen oder seine Kinder von der Schule abholen zu müssen. In diesen Fällen haben Demenzkranke das Gefühl noch etwas erledigen zu müssen, dass so aber seit Jahren nicht mehr der Fall ist.

Wenn Sie Hinlauftendenzen bei Ihren Angehörigen entdecken, ist unmittelbare Hilfe erfordert, um den pflegebedürftigen Angehörigen zu schützen. Einhergehend mit der Demenzerkrankung machen sich ebenso zeitliche und räumliche Orientierungsschwierigkeiten bemerkbar. Nicht selten sind diese Schuld daran, dass Personen, die unter Demenz leiden, den Weg nicht mehr nach Hause finden oder sich in gefährliche Situationen begeben.

Wenn Sie der Meinung sind erste Hinlauftendenzen bei Ihrem pflegebedürftigen Angehörigen zu erkennen, können Sie im ersten Schritt bestimmte Vorkehrungen treffen, um ein nicht erwünschtes Weglaufen zu verhindern:

•    Wenn Sie festellen, dass ihr Angehöriger zunehmend unruhig wird: Beschäftigen Sie ihn und binden Sie ihn zum Beispiel in gemeinsame Aktivitäten ein.

•    Kommt es regelmäßig zu Situationen, in denen sich Hinlauftendenzen zeigen? Hinterfragen Sie, ob der Zeitpunkt eventuell im Zusammenhang mit anderen Faktoren steht und lenken sie den Demenzkranken speziell zu dieser Zeit mit Beschäftigung ab.

•    Wenn Sie nicht die Möglichkeit haben, 24 Stunden „zur Stelle“ zu sein: Ein Windspiel an der Wohnungs- oder Haustür hilft Ihnen eventuelle Hinlaufversuche rechtzeitig zu bemerken und zu reagieren.

•    Hören Sie genau zu, ob der Demenzkranke häufig Aussagen wie zum Beispiel “Ich muss noch zur Arbeit!“ tätigt.

•    Informieren Sie sich über Möglichkeiten der GPS-Demenz-Ortung oder/ und vermerken Sie in den Kleidungsgegenständen des Demenzerkrankten Name und Anschrift sowie eine Kontakttelefonnummer.

•    Nehmen Sie ihren Angehörigen ernst! Wenn dieser meint, noch “Besorgungen” machen zu müssen, gehen Sie zusammen mit ihm.

Die Gefahren durch Hinlauftendenzen sollten keinesfalls unterschätzt werden. Kontaktieren Sie daher immer einen Fachmann, der sich in der Pflege und Betreuung von Demenzpatienten auskennt.


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