Foto: Uniklinik Erlangen

Francisca Lopez-Tomasety Piretti  arbeitet im Erlanger Uni-Klinikum. Neben ihr sind  26 weitere spanische Pflegekräfte in der Uniklinik tätig. Die gelernte Krankenpflegerin hat innerhalb der letzten fünf Jahre gerade mal 29 Monate gearbeitet. Häufig war sie wochenweise beschäftigt – bei Glück auch für Monate.

Vergangenes Wochenende hieß es für die 27 jungen Spanier: Ankommen, kurz Luft holen – und nach Prüfung ihrer Deutschkenntnisse auf zur Krankenversicherung, zum Betriebsarzt und zum Einwohnermeldeamt.
Und warum das Ganze?

Die Fakten: Die internationale Arbeitsorganisation lies zuletzt eine Jugend-Arbeitslosenquote von  46,4 % verlauten. Zu viele Bewerber, zu wenig Jobs – ein wesentlicher Grund für den großen Ansturm auf die Stellenausschreibung der Uniklinik. Anfang 2012 schaltete die Klinik eine Stellenanzeige gezielt in Spanien – und erhielt daraufhin innerhalb eines Monats mehr als 1.000 Bewerber.

Ein großes Problem jedoch stellt für viele ausländische Pflegekräfte immer noch die Sprachbarriere dar. Um zu verhindern, dass die Kräfte nach kurzer Zeit wieder in ihr Heimatland zurückkehren, werden individuelle Sprachkurse angeboten. Laut Aussagen der Uni bliebe jedoch trotz spanischer Unterstützung noch genügend Platz für Pflegekräfte aus den eigenen Reihen. Aktuell hat die Uni-Klinik 100 offene Stellen, die es hinsichtlich des wachsenden Pflegenotstandes in Krankenhäusern zwingend zu besetzen gilt.

Franz Wagner, der Vizepräsident des Deutschen Pflegerats warnt vor einem „deutlichen Mangel an qualifiziertem Pflegepersonal“. Dabei zieht sich der Mangel an Fachkräften nahezu durch jedes Bundesland. 1.000 Bewerber – „Das ist in etwa das, was wir innerhalb eines Jahres haben“, so Pflegedirektor Schürfer.


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