Screenshot der mobilen Website von Sandra Schadek

Pflegenotstand ist kein neues Thema. Häufig geht es in Presse und Medien jedoch um globale Zahlen, Hochrechnungen … und mögliche Lösungsansätze. Viel seltener werden die eigentlichen Schicksale, die unter dem Pflegenotstand leiden, durchleuchtet. Doch gerade diese Schicksale sind es doch, die am stärksten von dem Pflegenotstand betroffen sind?

Eine bemerkenswerte Frau widmet sich exakt diesem Thema. Es handelt sich um Brigitte Heinisch, Sandra Schadek, selbst pflegebedürftig und erstmals im Jahr 2011 persönlich vom Pflegenotstand betroffen. Eine außergewöhnliche Frau mit Mut zur Aufklärungsarbeit über den täglichen Kampf und Fort- als auch Rückschritt mit einer tödlichen Krankheit wie ALS.

Mit 28 Jahren erhielt Sandra Schadek die Diagnose: Amyotropher Lateralsklerose (ALS), eine Krankheit die Nervenzellen tötet und somit eine Steuerung der Muskeln unmöglich macht. Mittlerweile ist sie 42 Jahre alt und vollständig gelähmt. Es begann mit leichtem Stolpern, Bewegungen fielen immer schwerer … und nach und nach versagte die eigene Stimme. Eigentlich stünden Sandra Schadek 18 Stunden am Tag Pflegekräfte zur Seite, die mit ihr gemeinsam den Tag bewältigen. Im März  2011 folgte  die Kündigung ihres Pflegdienstes: Auf Grund des andauernden Pflegekräftemangels kann der Pflegedienst nicht weiter für die Versorgung aufkommen.

In ihrem Online-Tagebuch veröffentlich Sandra Schadek ihre Geschichte. Sie beschreibt schonungslos ehrlich Gedanken, Gefühle … und ihren Tag gemeinsam mit ALS. Für Ihre Website erhielt sie den Grimme Online Award. Ihr Buch „Gefangen im eigenen Körper“  ist der Beweis dafür, dass Sandra ihrer Krankheit nicht kampflos das Feld überlässt. Scherzhaft schreibt sie auf ihrer Website im August vergangenen Jahres: „ich kann zwar nicht mehr tippen, aber tot bin ich noch nicht!“

Auch, wenn ihre Geschichte im Jahr 2010 endet, so findet man im Bereich „Aktuelles“ immer mal wieder einen kleinen Gruß von Ihr, ebenso wie freudige Verkündungen über Familienzuwachs, aber auch der stetige Wechsel von Pflegediensten und Pflegepersonal.

Zur Website: www.sandraschadek.de


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