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Ein Großteil der Deutschen wünscht sich in den eigenen vier Wänden alt zu werden. Die Angehörigen-Pflege verlangt dabei besonders dem nahestehenden Partner viel ab: Sowohl seelisch als auch körperlich trauen sich nur wenige zu, im Alter ihren Partner pflegen zu können.  Müssen Partner deswegen ein schlechtes Gewissen haben? Nein! Denn Pflege ist und bleibt keine Selbstverständlichkeit.

Pflegebedürftigkeit verändert. Sowohl den pflegenden Partner als auch den Partner selbst. Beide finden sich in einer komplett neuen Situation, die eine Neuorientierung verlangt. Der plötzliche Pflegefall zieht insbesondere eine veränderte Rollenverteilung mit sich. War er vorher Handwerker, Gärtner und der „starke Mann“ an ihrer Seite, ist er nun auf Hilfe angewiesen. War sie immer die liebe Frau an seiner Seite, die als Mutter, Oma und Ehefrau sich um Familienzusammenhalt kümmerte und verständnisvoll für jeden da war, ist sie nun vielleicht zunehmend abwesend und kalt.

Eine neue Situation, die für alle Familienmitglieder eine Umstellung bedeutet, besonders für den liebenden Partner, der nun in einer sonst ausgeglichenen partnerschaftlichen Beziehung nach vielen Ehejahren die Stärke, das Verständnis und möglicherweise auch Entscheidungen für zwei finden muss.

Laut einer repräsentativen Umfrage der GfK Marktforschung Nürnberg fürchtet jeder zweite Verheiratete oder in einer Beziehung lebende, dieser Herausforderung nicht gewachsen zu sein.

Der zusätzliche Druck, alles richtig machen zu wollen, führt viele Pflegende an das Ende ihrer Kräfte. Die wichtigste Regel in dieser Situation: Geben Sie sich Zeit! Verlangen Sie nicht zu viel von sich – und scheuen Sie nicht, selbst Hilfe in Anspruch zu nehmen. Akzeptieren Sie Gefühle. Es ist nicht schlimm, Angst oder Trauer zu zulassen – und vollkommen verständlich.

Je nach Abhängigkeit der Pflegebedürftigkeit und Grad der Auswirkungen vergisst möglicherweise Ihr Partner Namen, erinnert sich nicht an gemeinsame Erlebnisse oder verändert sich im Wesen. Holen Sie sich professionelle Hilfe oder tauschen Sie sich mit anderen Betroffenen aus, um für sich und Ihren Partner die beste Lösung für ein harmonisches, wenn auch verändertes, Zusammenleben zu finden.


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