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Es herrscht Verwirrung über Grenzen der Legalität. Es herrscht Unmut über die günstigere Pflege aus dem Ausland. Und: Es herrscht ein Widerspruch in der Zahl derjenigen Deutschen, die auf Pflege im Alter angewiesen sind und denjenigen Deutschen, die die Pflege bewerkstelligen können.

Es wird geredet und geschrieben: Immer wieder ist von schlechten Gehältern in der Pflege, unzumutbaren Arbeitsbedingungen als Pflegekraft und viel zu wenig Zeit für die Pflegebedürftigen die Rede.

Immer mehr Pflegekräfte kommen aus dem Ausland. Rund 150.000 osteuropäische Haushaltshilfen sind laut Schätzungen zu Hause. Zu Hause bei einem pflegebedürftigen Menschen. Sie unterstützen bei allem was anfällt, laut ihrer Qualifikation zugelassen ist – und sie sind vor allem Eines: Rund um die Uhr im zu Hause des Pflegebedürftigen Patienten.

Michael Isfort, Autor der dip-Studie zur “Situation von Familien mit mittel- und osteuropäischen Haushaltshilfen” glaubt kaum, dass es ohne polnische Haushaltshilfen geht. Rund 7.000 Euro würde die 24-Stunden-Pflege kosten. Und das jeden Monat. Zweifelhaft ist in seinen Augen, ob ein ambulanter Pflegedienst dies überhaupt bewerkstelligen könne.

Und auch, wenn polnische Pflege- und Hilfskräfte mittlerweile dank Arbeitnehmerfreizügigkeit ganz legal beschäftigt werden können: Das Caritas-Hilfswerk geht davon aus, dass dennoch nur 1,5 % der osteuropäischen Haushaltshilfen legal beschäftigt wird.

Auch die Caritas vermittelt polnische Hilfskräfte. In enger Zusammenarbeit mit der Caritas in Polen werden Kräfte vermittelt, die wesentlich im Haushalt unterstützen. Medizinisch-fachliche Arbeiten dürfen jedoch nicht verrichtet werden. Diese wird durch eine entsprechende Fachkraft der Caritas durchgeführt.

Die Bundesagentur für Arbeit meldet zunehmend unbesetzte Stellen im Bereich der Altenpflege. Zu Beginn des Jahres sollten es ganze 14.000 offene Stellen sein. Bernd Meurer, Präsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste, verschärft diese Zahlen. Mit dem Hintergrund, dass viele Pflegeanbieter offene Stellen nicht mehr melden, gibt er Schätzungen über ganze 50.000 offene Stellen im Pflegebereich ab.


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