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Dass die Anzahl pflegebedürftiger alter Menschen in den nächsten Jahrzehnten stark zunehmen wird, ist absehbar. Doch bedeutet dieser Zuwachs auch, dass immer neue Pflegeheime errichtet werden müssen? Schon jetzt bleiben viele Plätze leer. Senioren suchen heute andere Möglichkeiten für das Leben im Alter. Ist das klassische Altersheim ein Auslaufmodell?

Pflege als lukratives Geschäft für Investoren

Die demografische Entwicklung zeigt, dass es immer mehr alte Menschen geben wird. Damit steigt auch der Pflegebedarf, die Zahlen der Demenzkranken und anderer pflegebedürftiger Senioren werden stetig zunehmen. Pflege ist zu einem lukrativen Geschäft geworden. Heimträger planen immer neue Pflegeheime, obwohl inzwischen viele Plätze gar nicht mehr belegt werden. Der Weserkurier nennt Zahlen. Danach werden in Bremen nur 84 Prozent der zur Verfügung stehenden Plätze genutzt, 1.000 Betten bleiben leer.

Pflege in der gewohnten Umgebung

Die Gründe dafür sind vielschichtig. Senioren möchten lieber in ihrer gewohnten Umgebung bleiben. Dort haben sie oft über viele Jahre gelebt und soziale Bindungen geknüpft. Gegenseitige Unterstützung macht es möglich, dass bei leichteren Gebrechen ein Verbleib in der Wohnung möglich ist. Aber auch schwerste Pflegefälle lassen sich durch verbesserte technische Möglichkeiten mittlerweile zu Hause pflegen. Altersheime genießen bei den alten Menschen keinen guten Ruf. Zu viele Missstände wurden bekannt. Überforderte Mitarbeiter, Misshandlungen und Vernachlässigungen werden auch im 3. Qualitätsbericht des Medizinischen Dienstes des GKV-Spitzenverbandes benannt. Kein Wunder also, dass für viele alte Menschen das klassische Altersheim keine wünschenswerte Alternative mehr darstellt.

Alternativen sind notwendig

Ein weiterer Gesichtspunkt ist der bereits jetzt herrschende Mangel an ausgebildeten Fachkräften. Für die vielen in Planung oder im Bau befindlichen Altersheime werden kaum genügend Mitarbeiter zur Verfügung stehen, um die Versorgung der pflegebedürftigen Menschen zu übernehmen. Auch aus diesem Grund sollten die verantwortlichen Entscheidungsträger über Alternativen zum bisherigen Heimaufenthalt nachdenken. Ziel muss es sein, alten und pflegebedürftigen Senioren einen würdevollen Lebensabend zu bieten. Die Versorgung im gewohnten Umfeld sicherzustellen, sollte dabei an erster Stelle stehen.


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