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Man kann es nicht oft genug betonen: Es gibt immer mehr ältere Menschen. Somit gibt es folglich auch einen stets steigenden Bedarf an Pflegekräften. Durch Personalmangel im eigenen Land und häufig auch nicht zu stemmenden Pflegekosten wird Hilfe durch Pflegepersonal aus anderen Ländern in Anspruch genommen.

Bemängelt werden dabei häufig die mangelnden Deutsch-Kenntnisse der Pfleger und Pflegerinnen. Wer möchte, dass sich der zu pflegende Angehörige auch mit der Pflegekraft verständigen kann, muss tiefer in die Tasche greifen, denn häufig werden insbesondere polnische Pflegekräfte nach dem Grad ihrer Sprachkenntnisse bezahlt.

Doch kurz weitergedacht: Mit dem demografischen Wandel ändert sich auch zunehmend die Anzahl älterer Menschen mit Migrationshintergrund: Die Zahl der Migranten „erster Generation“, Spätaussiedler oder gar Flüchtlinge wächst an. Somit auch die Zahl derjenigen, die im  Seniorenalter pflegebedürftig werden und auf eventuelle Unterstützung angewiesen sind. Eine Tendenz, die sich auch in den nächsten Jahren  weiter fortsetzen wird.

Da ist die zum Beispiel die Mutter, die vor 30 Jahren mit ihren Kindern aus der Türkei ausgewandert ist. Sie ist dement, hat die deutsche Sprache verloren. Sie kommuniziert nun in türkischer Sprache. Für die zweisprachig aufgewachsenen Kindern kein Problem. Für Pflegekräfte des ansässigen Altenheims eine große Herausforderung, ebenso wie für die Heimbewohner.

Die kultursensible bzw. interkulturelle Pflege beschäftigt sich mit genau diesem Problem. Und noch weitgehender: Jede Kultur hat schließlich auch eigene Werte und Vorstellungen des Lebens, Handelns und Umgangs. Dies beginnt bei Feiertagen, geht über religiöse Vorstellungen und Ausrichtungen bis hinzu Moralvorstellungen und „Do’s and Dont’s“ im Umgang mit Menschen.

Es ist zunehmend wichtig, die fachliche und soziale Kompetenz im Altenpflegebereich um die „kulturelle“ Kompetenz zu ergänzen und zu stärken. Die Gesellschaft entwickelt sich zunehmend zu einer „multikulturellen Gesellschaft“, davor darf sich auch die Pflege nicht verschließen.

Aus- und Weiterbildungen, die mittlerweile in der interkulturellen Pflege angeboten werden, sollen  das notwendige interkulturelles Handeln und Denken fördern. Hier wird Wissen über andere Kulturen weitergegeben, Berührungsängsten bei Begegnungen mit Menschen anderer Kulturen sollen abgebaut werden. Nur so ist es möglich, dass Pflegekräfte auch zukünftig  die Bedürfnisse der Pflegebedürftigen erkennen, verstehen und entsprechend ihrer Kulturen handeln.


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