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In Deutschland leben ca. 80.000 gehörlose Menschen. Eine Zahl, die vielen alleinig beim Lesen die Sprache verschlägt. Doch was es heißt,  nebst Sprache auch Gehör zu verlieren, ist dabei nur den wenigstens bewusst.

Damit die Verständigung ohne Sprache möglich ist und auch stille Worte Gehör finden, gibt es die Gebärdensprache. Sie ermöglicht mittels Zeichensprache die Verständigung untereinander. Voraussetzung: Beide Gesprächspartner beherrschen die Sprache – und tauschen sich mit ihrem direkten Gegenüber „unter 4 Augen aus“. Klar, dass dies in Situationen, wie der üblichen Telefonie, an ihre Grenzen stößt. Deswegen gibt es seit 2010 das neue Gebärdentelefon, ganz ohne Worte.

Die Idee für das Projekt D-115 wurde vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Gehörlosen-Bund e.V. entwickelt.

Gehörlose und hörgeschädigte Menschen können damit barrierefrei mit den Behörden kommunizieren. Mittels Gebärdensprache und Video-Telefonie wird der Zugang zu allgemeinen Informationen und Leistungen der öffentlichen Verwaltung für Gehörlose und Hörgeschädigte wesentlich vereinfacht.

Für die Nutzung des kostenlosen Softphones wird lediglich ein Computer mit Webcam und ein Internetzugang benötigt. Das Programm ist einfach und verständlich installierbar und auf die Bedürfnisse von Gehörlosen zugeschnitten. Über die sogenannte SIP-Adresse d115@gebaerdentelefon.d115.de erhalten die Gehörlosen einen direkten Draht in die Verwaltung. Dort werden dann Fragen von ausgebildeten gehörlosen Mitarbeitern des Bürgerservice individuell beantwortet.

Das 115-Gebärdentelefon ist ein wichtiger Schritt für die Integration von gehörbehinderten Menschen. Eine Hilfe ohne Worte, die gerne angenommen wird!


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