© klickerminth - Fotolia.com

Seit dem 01.01.2012 können Beschäftigte im Rahmen der Familienpflegezeit  ihre Arbeitszeit auf bis zu 15 Stunden reduzieren. Dies jedoch maximal über einen Zeitraum von zwei Jahren.

Die Familienpflegezeit soll dabei insbesondere im akut eintretenden Pflegefall Angehörige absichern, genügend Zeit zu haben, sich um die Organisation der neuen Pflegesituation zu kümmern. Ziel ist es, Berufstätigkeit und familiäre Pflege der Angehörigen unter einen Hut zu bekommen.

Aktuelle Statistiken zeigen jedoch den geringen Zuspruch bei Angehörigen: Laut einer Umfrage der Apothekenumschau ist der Begriff „Familienpflegezeit“ nur wenig bekannt. Fast jeder dritte hat noch nie davon gelesen oder gehört, geschweige denn die „Auszeit“ genutzt. Einer Statistik des Bundesministeriums zur Folge gingen in 2012 weniger als 200 Anträge auf Familienpflegezeit ein.
Beachtet man, dass in Deutschland mehr als 1,6 Millionen Menschen von Angehörigen und ambulanten Diensten in den eigenen vier Wänden gepflegt werden, ist diese Zahl äußerst gering.

93,4 Prozent der Befragten innerhalb der Umfrage bestätigten, dass sie keine längere Pflegezeit beantragt haben oder dies gar planen würden. Besonders unter der jüngeren Altersschicht der Befragten (14-29 Jahre) ist das Gesetz bei mehr als der Hälfte weitestgehend unbekannt.

Ursprünglich sollte das Gesetz an das Modell der Altersteilzeit anknüpfen. Der vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer kann in freiwilliger Vereinbarung mit seinem Arbeitgeber seine Arbeitszeit auf 50 Prozent reduzieren, erhält aber weiterhin  75 Prozent des letzten Bruttoeinkommens. Damit diese Überbezahlung später Ausgleich findet,  wird bei erneutem Wiedereinstieg in die Vollzeitarbeit weiterhin nur 75 Prozent des Arbeitsentgeltes gezahlt bis das Zeitkonto voll ausgeglichen ist. Eine Zustimmung des Arbeitgebers ist jedoch gesetzlich nicht abgesichert und erfolgt immer auf freiwilliger Basis und der Vereinbarung mit dem Arbeitnehmer.

Die bisherige Kritik, dass Gesetz habe keine Existenzgrundlage, weisen die zuständigen Ministerien jedoch zurück: Große gesellschaftliche Änderungen benötigen eine Vorlaufzeit. Somit sei die derzeitige Zeitspanne zu gering, um wirklich Schlüsse zur Wirksamkeit der Familienzeit-Regelung zu treffen.


Kontakt




− 7 = zwei

Ihre Nachricht