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Eine schöne Geschichte haben wir kürzlich auf www.zeit.de gelesen.

Rentner Wolfgang Strobel bringt Grundschüler mit Alzheimerpatienten zusammen.

Man nehme: 10 kleine Besucher, ein Akkordeon und junge Engelsstimmen, die die Älteren der Runde mit „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ zum Lächeln bringen. Allesamt versammeln sie sich im Stuttgarter Gradmannshaus, das sich auf die Betreuung von Demenzkranken und Alzheimerpatienten konzentriert hat.

Inmitten der Jungen und Alten entdeckt man Wolfgang Strobel, der Grundschüler und Patienten zusammenführt. Er ist 68 Jahre alt, pensionierter Studienrat … und setzt sich seit 2003 als ehrenamtlicher Betreuer im Gradmannhaus ein.

Er hilft bei der Zubereitung der Speisen, erzählt den Bewohnern Geschichten und Anekdoten … ebenso wie er es auch lange Zeit in Schulen und Kindergärten getan hat. Eines Tages dann der Einfall: Kinder und Alzheimerpatienten zusammenzuführen. Zitiert aus der Welt: „Alzheimerpatienten entwickeln sich nach und nach zurück“, so Strobel. „Sie werden immer hilfloser, sie finden sich nicht mehr zurecht in unserer Welt. Sie werden Kindern immer ähnlicher.“ Und: Die Jungen berühren die Seele der Alten.

Die Bürgerstiftung Stuttgart verlieh der Idee im Jahr 2005 bereits den Bürgerpreis, kurzzeitig später folgte die Auszeichnung der  Robert-Bosch-Stiftung. Mittlerweile zählt er viele Förderer und „Freunde der Pflege“ zu seinem Netzwerk – auch die Deutsche Alzheimer Gesellschaft und Ursula von der Leyen als Schirmherrin sin aktiv.

Doch was genau passiert jetzt eigentlich bei solchen Treffen – und wie werden die „kleinen Wilden“ an ein solch sensibles Thema wie Alzheimer herangeführt? Zunächst erklärt Wolfgang Strobel den Grundschülern, was Alzheimer ist. Im Dialog versucht er die Jungs und Mädchen dazu zu bewegen, sich in die Situation „des Vergessens“ zu versetzen. Er fragt nach Vergesslichkeit – und erzählt über das „dauerhafte vergessen“.

Um sie an die Ausmaße der Erkrankung hinzuführen erklärt er, dass sich die Menschen aus dem Stuttgarter Gradmannhaus über den Besuch der Rasselbande freuen – es nur leider nicht immer zeigen können, da sie vergessen haben, wie Freude geht.

Und auch, wenn die Kleinen oftmals noch schüchtern und zögerlich im Umgang mit den „ehrfürchtigen Erwachsenen“ sind, so werden sie immer mutiger – und helfen auf diese Art und Weise den Alten im Gradmannshaus: So passiert es schnell mal, dass ein Mädchen einen roten Ball zu einer Senioren wirft und sie fragt, was das denn sei. Nach verdutztem Blick, dem Betasten des runden Balls und einem kleinen Wurf in die Luft entgegnet diese: „Das ist schön.“

Wir finden: Glück für Jung und Alt. … Und ein Projekt, das hoffentlich nicht so schnell in Vergessenheit gerät.

 


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