© mma23 - Fotolia.com

Der Herausforderung Beruf und Angehörigen-Pflege zu vereinbaren, kommt angesichts der stets älter-werdenden Bevölkerung auch in der betrieblichen Personalpolitik eine hohe Bedeutung zu.

Um Angehörigen von pflegebedürftigen Menschen in der Entscheidungsfindung für die Pflege zu Hause zu unterstützen, wurde vor rund einem Jahr vom Bundestag das Gesetz zur Familienpflegezeit beschlossen. Arbeitnehmern ermöglicht das Gesetz eine Reduzierung der Arbeitszeit für bis zu 2 Jahre um maximal 50 Prozent, und das ohne große Gehaltseinbußen. 75 Prozent des Gehalts erhalten pflegende Angehörige in dieser Zeit, der spätere Ausgleichs-Zuschuss für Arbeitgeber in Höhe von 25 Prozent, soll über die Kreditanstalt für Wiederaufbau finanziert werden.

Das Familienpflegezeit-Gesetz im Jahr 2013

Laut Statistiken sind 2,25 Millionen Menschen von dem Doppelschicksal betroffen: Sie sind tagtäglich im Job und gleichzeitig der Pflege von Angehörigen eingebunden. Bis heute haben jedoch nur 150 Arbeitnehmer tatsächlich Gebrauch vom Gesetz zur Familienpflegezeit gemacht.

Auch Unternehmen äußerten sich bereits im Jahre 2011 kritisch zum damaligen Gesetzesentwurf. So befürchteten laut Forsa-Umfrage viele der Unternehmen höhere Personalkosten. Auch eine Rückkehr der Beschäftigten nach der Pflegezeit sei nicht immer Gewiss. Dies hätte zur Folge, dass Arbeitgeber auf den gezahlten Vorschussleistungen sitzen bliebe. Ein hohes Risiko tragen dabei insbesondere kleinere Betriebe aus dem Mittelstand.

Eine freiwillige Entscheidung, aber keineswegs eine leichte

Ob der Arbeitgeber eine Freistellung bewilligen muss, ist gesetzlich nicht festgeschrieben. So darf der Arbeitgeber auf freiwilliger Basis entscheiden, ob er seinen Mitarbeiter oder seine Mitarbeiterin für die Angehörigen-Pflege von der Arbeit freistellt.

Kein leichter Entschluss, denn der Arbeitgeber hat trotz verringerter Arbeitszeit in der ersten Freistellungsphase die Kosten zu tragen. Erst in der zweiten Phase gleicht sich dies durch die 100-prozentige Arbeitsleistung des Arbeitnehmers bei 75- prozentiger Gehaltszahlung wieder aus.

Sicherlich ein Grund, warum viele Arbeitnehmer vor einem Gespräch mit dem Chef zurückschrecken. Wir raten dennoch dazu, offen und ehrlich im Falle eines Familien-Pflegefalls auf den Arbeitgeber zuzugehen. Denn eine Doppelbelastung wirkt sich nicht nur auf die Psyche aus, sondern auch die Konzentrationsfähigkeit während der Arbeit. Das weiß auch der Arbeitgeber und sollte daher früh genug über die möglichen gründe informiert sein, um so eine gemeinsame Lösung mit dem Arbeitnehmer zu finden.


Kontakt




− acht = 0

Ihre Nachricht