Mit rund 2.500 Mitarbeitern ist Bonitas einer der größten ambulanten Pflegedienste in Deutschland, die sich auf den Schwerpunkt Intensivpflege spezialisiert haben. Zu ihren Aufgaben gehört die Pflege von sogenannten Beatmungspatienten, die wie der kleine Leo aus der Sendung von „Report Mainz“ dauerhaft beatmet werden müssen. Eine Arbeit, die sowohl Pflegende als auch Pflegebedürftige viel Kraft, Zeit und Energie kostet.

„Das Leben in der Hand des anderen“

Pflegedienste nehmen in der –oft ganz anderen– Welt der Pflegebedürftigen und deren Angehörigen ein wichtige Rolle ein. Verlässlichkeit, Einfühlungsvermögen und das Wissen im „wie und was“ der richtigen Pflege sind die bestimmenden Faktoren, die das Leben lebenswert halten. Was zählt ist der Mensch mit seinen Eigenarten, Bedürfnissen und Wünschen. Umso skandalöser ist es, wenn das „Leben in der Hand des anderen“ eine neue Sichtweise und Interpretation erhält. So auch im aktuell vieldiskutierten und schwerkritisierten Fall des Pflegedienstes Bonitas.

„Händler von Patienten“ oder doch „Retter der sozialen Strukturen“?

Der Auslöser der Patientenhandel-Diskussion: In einem Beitrag vom 21.08.2012 (ausgesendet in der ARD) wurden schwere Vorwürfe gegen den Bonitas-Geschäftsführer Lars Uhlen erhoben. Er soll aus Profitgier mit schwerkranken Pflegepatienten gehandelt haben. Dem Vorwurf des Patientenhandels liegt ein Unternehmenskaufvertrag zwischen ihm und den Geschäftsführern des Pflegedienstes „Bettler“ zugrunde. Ursprünglich sollte dieser an Uhlen verkauft werden. Um jedoch „Altlasten und rechtliche Konsequenzen aus falschen Entscheidungen der Vergangenheit“ zu umgehen, entschloss sich Uhlen einen neuen Pflegedienst zu gründen – und die Pflege der bestehenden Patienten innerhalb des neuen Dienstes zu gewährleisten. Streitpunkt sind nun zwei Patienten, die vertraglich geregelt nicht in den neuen Pflegedienst übernommen wurden. Doch ging es dabei nun um „Zahlen“ oder „Menschen“, um die „Unnötigkeit“ oder „Unmöglichkeit“ der Patientenübernahme?

In der Stellungnahme zur Sendung erklärt Lars Uhlen, wie es zu solch einem Vertrag kam. Bei der Übernahme des Unternehmens ging es keinesfalls um Expansion, sondern vielmehr darum soziale Strukturen zu retten. Er belegt auch, die Gründe für die Ablehnung zweier Patienten und weist auf die Transparenz seines Unternehmens hin.

Eine Pro- und Kontraargumentation, die unsere moralischen Werte in der heutigen Gesellschaft in Frage stellt. Schließlich sollte man die Arbeit der Pflegekräfte, sowie die Patienten als Menschen respektieren. Wir sind gespannt, wie sich der Fall weiterentwickelt. Wer sich das Video des Originalbeitrages anschauen möchte, gelangt hier zur Quelle.


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